Regenerative Bienenhaltung

Der BieVital Begriff Regenerative Bienenhaltung definiert die Betriebsweise, wie bei BieVital mit Honigbienen geimkert wird.

Über die Jahre wurde die Betriebsweise auf die eigene Bienenbehausung, das Home-Hive und die eigene Bienenpopulation ausgelegt.
Unabhängig davon gelingt sie, mit einigen Einschränkungen, mit jeder anderen Bienenbehausung ebenfalls. Jede/r Bienenhalter/in kann und darf mit dieser Betriebsweise arbeiten.
Bitte beachten Sie, dass der Begriff Regenerative Bienenhaltung geschützt ist und somit ohne BieVital Zertifikat damit nicht geworben werden darf.

Ich konnte Privat sowie beruflich viel Erleben, wie mit Honigbienen umgegangen wird. Vielen Menschen ist leider nicht bewusst, dass in den meisten Fällen, die Bienen als Massenproduktionstiere eingesetzt werden, oder durch mangelndes Wissen und Stümperei ein unschönes Leben haben. Die Art und Weise wie weltweit geimkert wird, ist wesentlich für das Bienensterben verantwortlich. Mehr dazu unter Insektenschutz und Aufklärung.

Ich wollte neue Wege gehen mit einem Herz für Bienen und trotzdem alleinig von der Imkerei leben können. Heute gebe ich gerne mein Wissen weiter und veröffentliche meine Bienenhaltung, zum Wohle aller Bienenvölker. Ich würde mir wünschen, dass Imker, Bienenhalter und Konsumenten ein höheres Bewusstsein zu diesem Thema bekommen.

Seit Gründung der Imkerei BieVital  gab es bei meinen Bienen nur jährliche Verlustraten von unter zehn Prozent. Dies ist viel Arbeit und einer wunderbaren Bienenpopulation mit sämtlichen natürlichen Stärken zu verdanken. Faktorenkrankheiten sind seit Jahren nur geringfügig aufgetaucht, obwohl an allen Bienenständen die allgemeine Bienenmasse generell zu hoch ist. Ich wünsche Ihnen genauso viel Erfolg bei Ihren Bienen. Grundvoraussetzung ist leider dennoch eine Umgebung ohne gravierende Gifte und eine einigermaßen intakte Nahrungsversorgung der Bienen.
Marc La Fontaine

In den Kategorien finden sie die Details zur Regenerativen Bienenhaltung, viele Freude beim Lesen.

Das Grundkonzept ist Biene, Mensch und Natur zu vereinen. Mit respektvollem Umgang und Nachsicht wird für die Bienen und ihr Umfeld gesorgt und die jeweiligen Bedürfnisse des Biens wahrgenommen. Imkerei wird nicht als industrialisierte Produktionsmaschine betrachtet, sondern als unverzichtbarer Teil der Natur, mit dem behutsam und nachhaltig umgegangen wird. Die Bienenprodukte werden mit dem höchsten Maße an Qualität und Tierwohl gewonnen. Nicht der Ertrag eines einzelnen Bienenvolkes zählt, sondern der Gesamtertrag aller Bienenvölker und das komplette Arbeitsfeld der Imkerei BieVital. Ein nur auf Honigproduktion ausgelegter Betrieb könnte sich mit dieser Betriebweise nicht halten.

Primär bestimmen die Bedürfnisse und Instinkte des Bienenvolkes die Regenerative Bienenhaltung. Sekundär wurden der Natur angelehnte Eingriffe integriert, um die Bienen, gerade im Hinblick auf die Varroa, vital zu halten und die Genetik zu stärken. Mehr dazu im letzten Punkt .

Leider gab es auf dem Markt keine Bienenbehausung, die den Anforderungen der Betriebsweise gerecht wurde. Deshalb entstand eine eigene passende Bienenbehausung, um den Bienen volle Integrität zu gewähren und dennoch wirtschaftsgemäß imkern zu können.

Die reguläre Bienenbehausung ist das eigene Home-Hive. Diese Behausung dient zur Produktion der Bienenprodukte und wird auch für das Bienenvolk mieten verwendet.

Das Modell ist relativ neu, weswegen sich BieVital aktuell in der Umstellung von den alten * Segeberger Beuten befindet. Bis Ende 2019 sind vorraussichtlich alle Bienen, bis auf die Schaubeuten, ins neue Home-Hive umgesiedelt.

Andere Bienenbehausungen, Schaubeuten

Zur Forschung, Kurse und Bienenshows wohnen einige Bienenvölker in den Home-Hive Einraumbeuten und in einem Bienenkorb, zwei eigenen Klotzbeuten und drei Segeberger Hochzargen.

Königinnenproduktion

Zum Verkauf und Lagerung werden junge Königinnen in Apidea Begattungskisten und Mini Plus aus Hartschaum gehalten.

 

* Segeberger Beute (veraltet)

  • Segeberger Zargen Deutsch-normal Maß aus Hartschaum, modifizierte Rähmchen
  • Für die Naturwaben werden die Rähmchen mit der Drahtung verändert, siehe Medien
  • Der Unterboden mit Gitter und doppeltem Flugloch wurde selbst entwickelt
  • Bienenvölker in diesem System werden auf 60 % Naturwaben und 40 % Waben mit Mittelwänden vom eigenen Wachskreislauf gehalten. Je Zarge sechs Lehrrähmchen und fünf Rähmchen mit Mittelwände

Permakultur Bienengärten der BieVital Bienenpopulation

Hier entstehen die Bienenprodukte:

  • Bienengarten, Aue Nord, Aue Süd und Rappeneigen im Landschaftsschutzgebiet – Durlach-Aue
  • Woli Bienengarten  – Wolfartsweier
  • Kirschhütte –  Hohenwettersbach

Die Flugradien der Bienenvölker von drei Kilometer überschneiden sich jeweils. Als Kriterien für das Umfeld vom Flugradius der Bienenstände gilt generell:

  • Ganzjähriges und vielfältiges Nahrungsangebot bestmöglicher Wahl– heißt in Anbindung von Schrebergärten, Garten- und Parkanlagen, Wald, Feld, Stadt/Dorf, Teichanlagen, Gewässer, See
  • Keine Monokulturen und kein landwirtschaftlichen Einsatz von Spritzmitteln auf insektenbestäubenden Feldkulturen
  • Unbelastete und saubere Umgebung, relativ gesehen..

Diese Punkte sollten jedoch als selbstverständlich gelten. Das besondere an den Bienenständen der Regenerativen Bienenhaltung ist die vollständige Einbindung der Bienen in das Ökosystem, mit Techniken aus der Permakultur:

  • Hochbeete für dauerhafte Pflanzenkulturen: Mit Totholz, Schnittgut, Erde, Humus und Trester vom Bienenwachs ausschmelzen aufgefüllt. Als Umrandung werden größere Baumstämme oder größere Steine angereiht, bevorzugt aus Sandstein und Muschelkalk 
  • Feldflächen für Blühstreifen: Saatgut mit ein bis zweijährigen Blühmischungen, Umpflügen nur bei Bedarf
  • Benjeshecken als Schutz der Grundstücke: Wenn die Triebe zu lang werden und auch weiteres Schnittgut, Stämme, Äste, Laub, Ähnliches anfällt, werden diese quer und senkrecht in die Hecke gesteckt, hin und wieder werden Stecklinge nachgesetzt
  • Pflanzung junger Bäume und Pflanzenvermehrung über Stecklinge
  • Urban Gardening im Flugradius der Bienenstände
  • Über die Jahre wurden windbestäubende Hecken und Bäume größtenteils aus den Grundstücken entfernt. Die Stämme bleiben als Wildbienenhotel stehen. Auch abgestorbenes Holz bleibt an Ort und Stelle liegen
  • Kleine Wasser- oder Teichanlage
  • Bestandteile der Natur werden als Reisighaufen in die Natur wieder eingepflegt
  • Baum und Heckenschnitt von Dezember bis Februar, grundsätzlich wird auf Pflege- und Schönheitsschnitte, sowie Rasen mähen und Laub fegen generell verzichtet
  • Um Bäume vor Austrocknung zu schützen, wachsen ein bis zwei Meter Bodendecker um den Stamm herum
  • Kulturen werden bei Befall von hungrigen Tieren mit effektiven Mikroorganismen unterstützt
  • Keine künstliche Bewässerung (Ausnahme bei Notfällen, wenn junge Bäume sonst bei langer Dürre nicht durchhalten würden)
  • Keine Kunstdüngung, wenn überhaupt mit Trester vom Bienenwachs ausschmelzen
  • Auf Pestizideinsätze jeglicher Form wird komplett verzichtet

Unter Medien können Sie sich die Permakultur Bienenstände anschauen. Welche Kulturen genau angepflanzt werden, können Sie dem Bienenweide Herbarium entnehmen.

Auch wenn durch das intensive Bepflanzen mit Bienenweiden die Nahrungsgrundlage für Insekten erhöht wird, ist dies ein Tropfen auf den heißen Stein. Nahrungsmangel ist ein Hauptgrund des Insektensterbens. Die Blütenpracht an den Bienenständen ist dennoch ein Mitgrund für so hohe Überlebensraten der Bienenvölker. Mit jeder Nektar spendenden Blüte wird das Räubereiverhalten bei Bienen im Spätjahr reduziert und somit die Bienengesundheit enorm unterstützt.

Nach dem Verständnis, dass Ökosysteme sich nicht über Kilometer vernetzen, sondern dies eher in Quadratmetern geschieht, wird innerhalb der Grundstücke versucht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Jägern und Sammlern herzustellen. Durch die Naturbelassenheit siedelt sich von alleine eine hohe Artenvielfalt an, die das System stützt. So sind eine Vielzahl an Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögel zu beobachten. Durch die Dienstleistung Bienen, Wespen, Hummel Hilfe werden auch Nester dieser Tiere in das System integriert.

Besonders Wespen (auch Hornissen) sind ein wertvoller Helfer für die Bienengesundheit. Wespen fressen Bienen, richtig! Da Wespen jedoch zu den Jagdinsekten gehören, werden anfällige Bienen und deren Leichenauswurf als Beute bevorzugt. Bienenvölker, die von Wespen oder Hornissen zu stark beraubt werden, haben ein generelles Gesundheitsproblem, das angeschaut werden sollte. So dienen Wespen auch als Gesundheitsanzeiger von Bienenstöcken. Nach Sanierung der Bienen ist das Problem in der Regel behoben, da sich das Volk wieder im "relativen" natürlichen Gleichgewicht befindet.

Start der Regenerativen Bienenhaltung

  • Die Bienenbehausung muss dem Bien eine freie Entwicklung gewährleisten, ohne Einschränkungen oder Nachteile beim Bearbeiten der Bienen, siehe Home-Hive
  • Einmalig Königinnen von guten Züchtern zugekauft (kleiner Teil des Gesamtbestandes)
  • Bergung wilder Honigbienen über Jahre, teils natürlich auf Varroamilben tolerant
  • Jährlich Schwärme aus Umgebung eingefangen

Bienenpopulation halten

  • Die BieVital Bienenpopulation hält sich bei 69 gemeldeten Völkern
  • Die Population wird Anfang der Saison durch eigene Kunstschwärme, fremde Schwärme und hin und wieder Bergung wilder Bienen verdoppelt
  • Durch Verkauf während und Vereinigung der Völker am Ende der Saison, wird der Bestand wieder auf den Ursprungswert von 69 Völkern zur Einwinterung gebracht
  • Die Bienenpopulation wird großflächig verteilt. Die eigenen Bienenstände sind mindestens ein Kilometer entfernt, jedoch mit jeweils mit überschneidendem Flugradius von zwei Kilometer. Vermietete Völker stehen einzeln verteilt im Umkreis vom 50 km um Wolfartsweier
  • Bienenpopulation für genetisch lokale Festigung und DNA Vielfalt in Rotation halten. Beispiel: Ein vermehrungswürdiges Bienenvolk am Bienenstand in Hohenwettersbach, wird während dem Schwarmtrieb im Frühling als Kunstschwarm mit alter Königin zum Bienengarten in Durlach-Aue verbracht. Ansonsten verbleiben die Bienen an ihrem ursprünglichen Standort, so wie es in der Natur vorgesehen ist

Betreuung der Bienen

Persönlich

  • Volksdurchsichten ohne Schutz (Schleier wird nur im absoluten Notfall aufgezogen, das kommt in der Praxis ein bis dreimal im Jahr vor)
  • Beruhigung der Bienen durch Rauch und persönlichen Abwehr- und Ablenkmethoden: Angriffsbiene mit Hand zurückdrängen, reflektieren oder mit kreisender Hand Biene über dem Kopf abfangen, etc.
  • Es wird sich die nötige Zeit für die Durchsicht genommen und jedes Bienenvolk wird individuell betreut
  • Respekt und Achtsamkeit beim Umgang mit Honigbienen
  • Sauberes und präzises Arbeiten
  • Volksdurchsichten werden strikt eingehalten, eigene Bedürfnisse stehen hinten an
  • Wissenschaftliche Methoden zur Gesundheitsanalyse der Bienen, Völkerführung und Populationsdynamik mit Esoterik kombiniert

Material

  • Für die Volksdurchsicht: Dadant Smoker (es wird nur Hanf aus kontrolliertem Anbau geraucht), ein simpler normaler und ein langer Stockmeisel, stumpfe Messer, Kunststoffbesen, Pinzette, Eimer mit sauberem Wasser, großer verschließbarer Eimer für die Wachsreste, Wabenteile und Drohnenbrut
  • Sonstige Werkzeuge: Entdecklungsgabel, Honig-Doppelsieb, Refraktometer, Honigrührstab, Schaber, Edelstahl Hobboks und Kunststoffeimer, geeichte Waage
  • Maschinen: Honigschleuder, Dampfwachsschmelzer, Wachsklärbehälter, Mittelwandpresse, Pollenernter Maschinen für die Gartenpflege: Freischneider, Machete, Umgraber und weitere übliche Werkzeuge
  • Werkzeuge werden stets hygienisch gehalten und mit Alkohol (Spiritus) und Wasser gereinigt
  • Bienenbehausungen werden einmal im Jahr bei erster Volksdurchsicht ausgetauscht und im Lager mechanisch mit dem Stockmeisel gekratzt und mit Wasser, Soda und effektiven Mikroorganismen gereinigt
  • Berufskleidung Gelb

Haltung der Bienen

  • 100 % Naturwabenbau im Brutraum mit jährlicher vollständiger Bauerneuerung
  • Mittelwände im Honigraum von betriebseigenem Bienenwachs
  • Fütterung während der Saison ausschließlich mit eigenem Honig
  • Drohnen dürfen schlüpfen
  • Standimkerei – keine Wanderung der Bienen, nur der Natur angelehnte Rotationen
  • Keine Kellerhaft (außer bei Kunstschwarmverkauf max. zwei Tage)
  • Nur starke und gesunde Völker werden gehalten
  • Schwache Völker werden vereinigt, Kranke saniert

Selektionstechnik

Persönlich

Über eigene Stockkarten wird jedes einzelne Bienenvolk für jedes Kriterium mit einer einfachen Dreipunkt Methode bewertet.

  • Keine Bewertung für den Durchschnitt
  • Ein – für unter dem Durchschnitt
  • Ein + für über dem Durchschnitt

Somit können die besseren Völker vermehrt werden, während die schlechteren durch Austausch der Königin oder Vereinigung aus der Population genommen werden können. Die Stockkarte zeigt neben dem Charakter auch die imkerlichen Eingriffe, sowie Rotationen und Alter des Volkes an. Die Stockkarten sind beidseitig bedruckt, damit jeweils das aktuelle Jahr bewertet und das zurückliegende Jahr als Referenz angeschaut werden kann. Durch Laminierung sind die Karten geschützt und können mit einem CD Writer beschriftet werden. Mit Spiritus gereinigt, können diese neu verwendet werden.

Biologisch

  • Durch eine absichtlich, um 14 Tage zeitversetzte Varroabehandlung nach Überschreitung kritischen Varroabefalls sind gegen Milben resistentere Völker zu erkennen. Diese können dann im Folgejahr vermehrt werden. Ein Kunstgriff, der jedoch das Vereinigen des Bestandes notwendig macht, dafür auf Dauer eine stabile und sich entwickelnde Bienenpopulation erhält. Selbstverständlich wird deswegen kein Volk sterben, schwache Völker werden vereinigt und bei Bedarf behandelt
  • Alle Bienenvölker, die nicht vital sind oder Auffälligkeiten verschiedener Krankheitssymptome zeigen, scheiden automatisch durch Minus Bewertungen aus

Vermehrung der Bienenpopulation

Bienenvolk

Nur Völker mit ausreichend Pluspunkte werden über die Kunstschwarmtechnik im Schwarmtrieb vermehrt. Hierzu wird bei einem schwarmbereiten Volk, die Königin mit einem Teil der Bienen manuell entnommen und an einen anderen Bienenstand gebracht (Kunstschwarm 1,5 kg). Im Altvolk verbleiben bis zu fünf Weiselzellen, um eine natürliche Selektion der Königinnen zu ermöglichen. Der Rest der Weiselzellen wird herausgenommen, um die Möglichkeit auf Nachschwärme zu reduzieren. Auf eventuell entstehende Nachschwärme wird besonders geachtet.

Vermehrung der Königinnen

  • Zur Vermehrung der Königinnen werden:

• Siehe Bienenvolk

• Die Weiselzellen ein bis zwei Tage vor dem Schlupf dem Muttervolk entnommen und bis zu vier Stück in eine Begattungskiste eingesetzt. Die Begattungskiste ist ein weiselloses, jedoch vollwertiges Mini-Bienenvolk

  • Aufzucht über natürlich entstandene Schwarmweißelzellen und Nachschaffungszellen
  • Kein Umlarven und kein käfigen der Weiselzellen, nur die Stärksten und Widerstandsfähigsten der Königinnen sind gewünscht
  • Durchmischung der DNA – Keine Geschwisterköniginnen auf demselben Bienenstand
  • Vielfalt im Erbgut ist gewünscht, es gibt keine Reinrassigkeit
  • Inzucht und Reinrassigkeit ist durch die offene Anpaarung ausgeschlossen
  • Königinnen dürfen so lange im Volk bleiben, bis die Bienen das Signal zur Umweiselung geben. Nach Erkennung von Nachschaffungszellen im Spätjahr wird die Altkönigin manuell entfernt, um das Volk nicht zu gefährden und eine junge Königin wird zugesetzt. Bei derselben Situation im Frühling darf eine Königin schlüpfen
  • Königinnen behalten alle Flügel
  • Zum Schutz der Königin und der Arbeitserleichterung bekommt jede Königin ein Opalith Blättchen vorsichtig markiert. Nicht nach der Jahresfarbe, sondern nach Optik erkennbarem, innerhalb der Population entstandenem Genotyp. Grün für Hybriden, Weiß für Carnica und Gelb für Ligustica Bienen

Vermehrung der Drohnen

  • Die ersten zwei bis drei Drohnenzyklen werden, der Gesundheit und Milbenfängers wegen, komplett ausgeschnitten und im Dampfwachsschmelzer ausgeschmolzen
  • Drohnenwaben von Bienenvölkern mit ausreichend Pluspunkten dürfen schlüpfen, sofern diese “Varroafrei” sind

Varroa und Krankheitsbehandlung

Behandlungen gegen Varroamilben werden primär mit Biotechnik ausgeführt:

  • Bei Volksdurchsichten wird konstant Drohnenbrut ausgeschnitten, um die Milbenpopulation gering zu halten (Ausnahme Vermehrung)
  • Volksvermehrung wie in der Natur, jedoch über kontrollierte Kunstschwarmbildung
  • Mechanisches Lösen der Milben in der Kunstschwarmkiste mit Puderzucker
  • Brutentnahme während der Schwarmzeit:

• Ein bis drei Brutwaben mit gedeckelten und aufsitzenden Bienen werden zur Brutscheunenbildung aus den Völkern entnommen

  • Spätjahresbrutentnahme mit Fangwabe:

Beim Blütenangebot der letzten Tracht (Goldrute und indische Balsamine, bei Ausfall mit Fütterung simulieren, Honig vorher abernten) wird die Brut vollständig ab Madenstadium entnommen. Schlupfreife Brut, Eier und eine Fangwabe mit offener Brut, die in Kürze verdeckelt wird verbleiben im Volk. Frei gewordener Raum wird mit angebrüteten, ausgebauten.oder eingelagerten Futterwaben/Honigwaben wieder aufgefüllt. Falls Leerrahmen oder Oberträger eingesetzt werden, muss das Volk gefüttert werden, um diese noch auszubauen. Da die Brutwaben in der Regel stark mit Varroamilben belastet sind, werden diese eingeschmolzen. Ebenso wird mit der Fangwabe gehandhabt, die eine Woche nach dem Eingriff entnommen wird. Bei kritischer Varroabelastung wird das Bienenvolk bei der Brutentnahme mit Milchsäure oder Puderzucker zusätzlich entmilbt.

Sekundär kommen bei Bedarf biologische Mittel, teilweise auch in Kombination, zum Einsatz:

  • Kurzzeitbehandlung mit Ameisensäure 60 %, mit Schwammtuch nur von Oben mit max. 40 ml
  • Applikation mit Milchsäure 15 %, in zweimaliger Anwendung auf Bienemasse im Abstand von zwei Tagen
  • 3,5 % Oxalsäuredihydratlösung als Träufelbehandlung max. 35 ml/Volk im brutfreien Zustand bis Ende Dezember (nur bei über 1 Milbe/Tag)

Bei weiteren und Faktorenkranheiten wird die Ursache behoben und die Selbstheilungskraft der Bienen durch Betriebstechnik unterstützt: Wie Zugabe von Bienen, Brutentnahme, Brutzugabe oder Königinnentausch. Teilweise kombiniert mithilfe effektiver Mikroorganismen.

Honigernte

Als wichtigstes Nahrungsmittel für die Bienen dient der Honig. Aus diesem Grund wird Honig während der Saison erst geerntet, wenn die nächste Tracht schon eingetragen wird. Beispiel: Blütenhonig, von April bis Mai gesammelt, wird erst entnommen, wenn die Bienen den nächsten Nektarflow der Sommertracht (z. B. von der Linde) im Juni eintragen. Wenn diese Aufgrund von Trockenheit oder Ähnlichem ausfällt, kann das Volk sich von gesammelten Vorräten ernähren. Auf eine Blütenhonigernte wird in diesem Falle verzichtet. Bei jeder Ernte werden für mehrere Wochen ausreichend Honigwaben im Volk belassen. Somit ist gewährleistet, dass die Völker während der Saison nicht künstlich gefüttert werden müssen und sich von ihrem eigenen Honig ernähren können.

Die Honigernten finden Abends bei Sonnenuntergang statt, um Räuberei zu vermeiden. Die ausgeschleuderten Honigwaben werden am nächsten Abend wieder aufgesetzt. Bei der letzten Honigernte werden die Waben über dem Absperrgitter von Bienen gesäubert und anschließend gelbe und noch intakte Waben eingelagert.

Wintereinfütterung

Bei der letzten Honigernte wird dem Bienenvolk, die Hälfte des benötigten Winterfutters in Honig überlassen. Der Rest von den benötigten 18 kg wird mit hochwertigem Zuckerwasser (ApiInvert) aufgefüttert. Die Auffütterung erfolgt in unregelmäßigen Abständen von zwei bis sieben Tagen, jeweils zu Sonnenuntergang. Die Fütterung läuft über einen Gesamtzeitraum von drei bis vier Wochen, um den Bienen eine Tracht zu simulieren.

Es hat einige Gründe dass die Bienen nicht immer allen Honig behalten dürfen. Honig soll gewonnen und vermarktet werden. Sofern alle Honigwaben im Volk verbleiben würden, wäre eine Auffütterung mit Zuckerwasser unnötig, jedoch gäbe es dann auch keine Trachtsimulation und das Brutnest würde sich stark im Spätjahr einschränken, anstatt nochmals zu wachsen. Die letzten Jahre zeigten, dass Bienen bis spät ins Jahr noch fliegen, ohne nennenswerte Erträge über Wochen zu sammeln. Dies ist jedoch unnatürlich, sehen Sie hier: Insektenschutz Aufklärung. Auch ermöglicht diese Vorgehensweise die Entnahme von Wald- oder sonstigen für Bienen im Winter unverträglichen Honigen.

Grundsätzlich gilt

  • Strikte Einhaltung der Arbeitshygiene
  • Ausschließlicher Einsatz von Edelstahl- und Lebensmittelkunststoffmaterialien
  • Direkte und zügige Verarbeitung der Bienenprodukte nach der Ernte
  • Einfache und energieeffiziente Arbeitsprozesse
  • Jährliche Kontrollen durch Honig- und Wachsanalysen – Keine Pestizid Rückstände laut getesteter Parameter, keine Gentechnik
  • Bienenprodukte werden auf faire Weise dem Bienenvolk entnommen, dem Bien mangelt es an nichts

Honig

  • Honigwaben sind Gelb und maximal zwei Saisons im Umlauf, es werden keine braunen Brutwaben verwendet
  • Für Wabenhonig werden ausschließlich frisch erbaute weiße und hellgelbe unbebrütete Bienenwaben, ohne künstliche Mittelwände verwendet
  • Nach dem behutsamen Abfegen der Bienen von den reifen und voll verdeckelten Honigwaben, werden diese umgehend verarbeitet, geschleudert und gleich am nächsten Tag wieder den Bienen zurückgegeben
  • Der Honig läuft einmalig durch ein grobes und feines Sieb hindurch (Honig-Doppelsieb) und behält somit auch seine natürlichen Pollenanteile und Inhaltsstoffe
  • Nach drei Tagen Lagerung werden hochgetriebene Wachspartikel, die für den Sieb zu klein waren, abgeschöpft und der Honig wird in Gläser abgefüllt
  • 1/3 des Honigs wird jeweils flüssig und unbearbeitet abgefüllt, die anderen 2/3 werden geimpft*, um cremigen Honig zur Weihnachtszeit zu bekommen * ca. 3 % cremigen Honig vom Vorjahr dem flüssigen zugeben, damit werden bereits kleinere Kristallstrukturen gewünschter Körnung dem Honig zugegeben, sozusagen geimpft. Das Resultat ist eine vollständige Kristallisation des Honigs in Kristallgröße der Impfkristalle
  • Keine lange Lagerung im Eimer und keine Kühlhauslagerung notwendig
  • Keine Erwärmung und mechanische Rührung des Honigs

Bienenwachs

  • Der Rohstoff kommt ausschließlich aus betriebsinternen Bienenvölkern
  • Die Rohmasse (Brutwaben, Honigwaben, Wachsreste) wird mit einem Dampfwachsschmelzer ausgeschmolzen
  • Übrig gebliebener Trester dient im Garten als Biodünger und zur Erdanreicherung
  • Das Bienenwachs wird mit Hilfe eines Wachsklärbehälters mehrmals gereinigt bis es sauber und klar ist (nicht über 100 °C)
  • Mit dem Bienenwachs werden betriebsintern Mittelwände zur Honigproduktion hergestellt und Wachsbarren für den Verkauf, siehe: Bienenwachs

Propolis

  • Bei Volkskontrollen wird das Propolis, dort wo es natürlich entsteht, abgeschabt und zur Herstellung von Extrakten gesammelt
  • Auf Gewinnung des Propolis über Gittersysteme und einem unnatürlichen Luftzug im Bienenvolk wird verzichtet

Die Volksdurchsichten und Arbeiten sind in Stichpunkte angelegt, Details können Sie unternachlesen.

  • Jede Volksdurchsicht kann bei schlechten Wetterbedingungen, um ein bis zwei Tage vor oder nach dem Termin verschoben werden
  • Bei den Volksdurchsichten werden immer alle Wachsreste und Brückenbauten zur besseren Bearbeitung der Bienen und Wachsherstellung entfernt
  • Es wird immer sichergestellt, dass Bienen bis zum nächsten Kontrolltermin mehr als genug Futtervorräte haben, selbst bei schlechtem Wetter und dass der Bienenstand gesichert ist
  • Bienenvölker werden bei zu niedriger Bienenanzahl, oder Königinnenverlusten umgehend vereinigt. Auch bei Varroaschäden wird nach Behandlung umgehend vereinigt

Volksdurchsichten und Praxis im Jahresverlauf

Für das Home-Hive

Die Anleitung wird gerade an das neue Home-Hive angepasst und ist spätestens 2020 hier nachzulesen.

Für die Rähmchenimkerei, Home-Hive Einraumbeute und Weitere

Frühjahrsentwicklung    März –  April

  • 14 tägige Völkerdurchsicht (bis Beginn Schwarmtrieb)
  • Erstdurchsicht mit Reinigung der Bienenbehausung bei Mirabellenblüte
  • Überschüssiges Winterfutter wird entnommen. Gute, saubere und von gesunden Völkern stammende Futterwaben werden für späteren Jahresverlauf eingelagert
  • Dunkle, Alte verschimmelte oder verkotete Waben werden entnommen, eingeschmolzen und mit Leerrahmen oder Oberträgern ersetzt
  • Nur gute Genetik geht mit über die Saison, evtl. Königin in der Schwarmzeit austauschen

Schwarmzeit/Hochsaison    Mai – Juni – Juli

  • 12 tägige Völkerdurchsicht
  • Anfang der Königinnenvermehrung
  • Honigernten
  • Krankheitsreduktion/Schwarmtrieb beenden (Situationsbedingt):

• 12 tägig Weiselzellen brechen, bis Bienen keine mehr ansetzen

• Kunstschwarmbildung mit Altkönigin

• Brutentnahme zur Brutscheunenbildung

Vorbereitung auf den Winter    August – September – Oktober

  • 14 tägige Völkerdurchsicht, nach Krankheitsreduktion 21 tägig
  • Letzte Honigernte
  • Ende der Königinnenvermehrung
  • Nur gute Genetik geht mit über den Winter, evtl. Königin ersetzen oder Volk vereinigen
  • Krankheitsreduktion/Varroabehandlung:

• Brutentnahme mit Fangwabe, ggf. in Kombination mit Puderzucker oder Milchsäure

• Bei möglicher später erfolgender Reinvasion oder noch zu hohem Varroabefall (über eine Milbe/Tag) folgen Ameisensäurekurzzeitbehandlungen

Überwinterung    November - Dezember – Januar – Februar

  • 6 wöchige Völkerdurchsicht durch kleine Einblicke
  • Futter checken, Bienenleichen ausfegen, Königinnen zusetzen, vereinigen
  • Evtl. Winterbehandlung

Empfohlene Abweichungen von der Praxis und ergänzende Informationen

Die Regenerative Bienenhaltung von BieVital ist auf Selektion der Bienenpopulation und gewerbliche Nutzung der Bienenprodukte ausgelegt. Einige abweichende Punkte sollten Sie bei Ihrer Hobbybienenhaltung unbedingt beachten und in die Praxis integrieren.

Imkerpraxis

  • Mindestens drei Bienenvölker halten
  • Jeweils zwei Völker im Block halten, ohne Hindernis umrundbar
  • Trockener, sonniger und windgeschützter Standplatz
  • Mit Bienen wird nicht experimentiert, es sei denn es liegt eine Ausbildung zum Landwirt Fachbereich Imkerei vor
  • In den Anfangsjahren nur mit einem System imkern und nicht sofort jedes neue Varroabehandlungsmittel einsetzen
  • Königinnen nur zukaufen, sofern das Muttervolk Mängel aufweist und/oder im Begattungsgebiet nicht ausreichend oder nicht hochwertige Drohnen verfügbar sind
  • Königin nach zwei Jahren mit einer jungen ersetzen
  • Aus Gesundheitsgründen keine Drohnen in Masse schlüpfen lassen
  • Zum Aufbau des eigenen Wachskreislaufes für Mittelwände nur Naturwabenbau der eigenen Bienen ausschmelzen
  • Fluglöcher im Frühling und Herbst verkleinern
  • Termine für Völkerdurchsichten strikt einhalten
  • Zur Schwarmzeit sieben oder neun tägig Weiselzellen brechen, Naturschwärme vermeiden
  • Kunstschwarmbildung mit nur einem Bienenstand: Das Muttervolk wird ans andere Gartenende versetzt und der Kunstschwarm mit nur einem Kilo Bienenmasse plus der Altkönigin verbleibt am ursprünglichen Standplatz
  • Varroabefall akribisch mit Gemülldiagnose ab Juli bis Dezember nach Situation 7, 14 bis 21 tägig ermitteln und Behandlungen einleiten, bevor die kritische Milbenanzahl erreicht ist
  • Zwischen den Behandlungen mindestens sieben Tage Abstand, besser 14
  • Bei unter fünf Bienenvölkern an einem Standort empfiehlt sich nach der Brutentnahme eine Behandlung mit Milchsäure oder eine Puderzuckerbehandlung der Bienenmasse in einer Kunstschwarmkiste. Bei Reinvasion oder noch zu hohem Milbendruck empfehlen sich Ameisensäure Kurzzeitbehandlungen
  • Ziel jeder Varroabehandlung ist es den Milbendruck im Spätjahr deutlich unter eine Milbe Totenfall pro Tag zu reduzieren
  • Sofern der natürliche Milbentotenfall im September bis Dezember weiterhin bei oder über einer Milbe pro Tag liegt ist eine Winterbehandlung mit 3,5 % Oxalsäuredihydratlösung zum träufeln empfehlenswert

Bienenbehausung

Die Wahl der Bienenbehausung ist abhängig von den gesetzten Zielen, z. B. hoher Honigertrag oder Königinnenzucht, der Praktikabilität und der Betriebsweise. Viele Modelle haben Fehler, die den Bienen und Bienenhaltern zu Leide kommen. Für die Bienenhaltung besonders geeignet sind die BieVital Home-Hive, Mellifera Einraumbeuten und Segeberger Magazine.

Zu einer guten Bienenbehausung sind mitunter folgende Punkte zu beachten:

  • Beespace: Zwischenräume horizontal nicht höher als 0,6 cm. Vertikal von Mittelwand zu Mitelwand 3,5 cm Abstand. Randwabenabstand zur Wand 1 cm, bei letztem Rähmchenabstand auf einer Seite 1,5 cm zur leichteren Bearbeitung
  • 2 cm hohe Oberträger verhindern größtenteils den Brückenbau auf horizontaler Ebene (modifizierte Rähmchen)
  • Boden (beim Magazin 8 - 10 cm Höhe) sollte ein Lüftungsgitter haben mit Gemüllschieber, Hinterklappe und Flugschlitz. 0,6 cm hoch, 20 cm lang, mit Anflugbrett
  • Einraumbeuten: Fluglöcher mit Anflugbrett und vier Bohrungen mit 1,2 cm Durchmesser jeweils 1 cm Abstand, zwei Löcher in Bodennähe und zwei nach oben schräg versetzt. Abnehmbahre Hinterklappe in Richtung der Waben
  • Alle Waben komplett herausnehmbar und so verarbeitet, dass Bienen beim Bearbeiten nicht verletzt werden können (Biene hat 0,4 cm Durchmesser)

Weiteres

  • Mitgliedschaft im Imkerverein inkl. Imker-Global Versicherung (und Imkerzeitschrift Biene & Natur)
  • Wer Honig verschenkt, unterliegt denselben Bedingungen wie im Honigverkauf (Lebensmittelgesetz, Honigverordnung)
  • Bei bis zu 30 Bienenvölkern sind die Einnahmen steuerfrei, da dies als Hobby und Liebhaberei gilt
  • Völkerzahl dem Imkerverein/Veterinäramt übermitteln und alle 2 Jahre aktualisieren

Analysen

  • Honiganalysen Herkunft/Rückstände, Bieneninstitut, kostenpflichtig, förderfähig, je 250 g benötigt
  • Pollenanalyse - Lufa Speyer, kostenpflichtig, ca. 250 g benötigt
  • Bienenwachsanalyse - Bieneninstitut, kostenpflichtig, förderfähig, 100 g benötigt
  • Futterkranzproben auf AFB untersuchen lassen - Bieneninstitut, kostenpflichtig mind. 100 g benötigt
  • Bienenvergiftungen - JKI Braunschweig, kostenfrei, je 100 g tote Bienen- und Pflanzenmaterial benötigt
  • Bienenuntersuchungen (tote) - CVUA Stuttgart, kostenfrei, 500 g benötigt

Mehr Informationen bei Nützliche Infos zur Bienenhaltung.

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